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<title>Mehrdimensionales Lernen</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Mehrdimensionales Lernen</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Als <b>Mehrdimensionales Lernen</b> bezeichnet man in der <a href="Didaktik" title="Didaktik">Unterrichtslehre</a> eine Methode des Lernens, die eine Reihe verschiedener Fähigkeiten für den Aneignungsprozess miteinander verknüpft und in unterschiedlichen Lernformen kombiniert. Durch die Verbindung mehrerer Dimensionen des <a href="Lernen" title="Lernen">Lernvermögens</a> und mehrerer <a href="Lernmethode" title="Lernmethode">Lernverfahren</a> wird ein intensiveres und nachhaltigeres Verarbeiten des <a href="Lernstoff" class="mw-redirect" title="Lernstoff">Lernstoffs</a> möglich.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Etymologie">Etymologie</h2></div>
<p>Der Begriff „Mehrdimensionales Lernen“ (von <a href="Latein" title="Latein">lateinisch</a> <i>dimensio</i> = <i>Ausdehnung</i>, figural <i>Menschliches Fähigkeitsspektrum</i>)<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> umschreibt in der Didaktik die Ausdehnung und Erweiterung des Lernens auf mehrere Bereiche des Fähigkeitsspektrums, die für die Weltaneignung aktivierbar sind. Er erfasst dabei einerseits die Vielfalt an Perspektiven der Stoffseite und andererseits die persönlichen Zugriffsmöglichkeiten dessen, der sich mit ihnen auseinandersetzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Begriffsentstehung">Begriffsentstehung</h2></div>
<p>Der Schweizer <a href="P%C3%A4dagoge" title="Pädagoge">Pädagoge</a> und <a href="Sozialreformer" class="mw-redirect" title="Sozialreformer">Sozialreformer</a> <a href="Johann_Heinrich_Pestalozzi" title="Johann Heinrich Pestalozzi">Johann Heinrich Pestalozzi</a> propagierte bereits mit seiner 1801 veröffentlichten Idee einer „Elementarbildung“, die er in seinen Erziehungsstätten seit mehreren Jahren praktizierte, ein Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“. Er verstand darunter ein Zusammenführen der intellektuellen, sittlich-religiösen und handwerklichen Fähigkeiten des Kindes. Pestalozzi rückte damit die Ganzheit des Kindes beim Lernen in den Blickpunkt und nahm bereits in Ansätzen das Konzept einer <a href="Ganzheitlichkeit_(P%C3%A4dagogik)" title="Ganzheitlichkeit (Pädagogik)">ganzheitlichen Pädagogik</a> voraus,<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> das dann, etwa durch die <a href="Reformp%C3%A4dagogik" title="Reformpädagogik">Reformpädagogik</a>, aufgenommen und weiter entwickelt wurde. In der <a href="Gestaltp%C3%A4dagogik" title="Gestaltpädagogik">Gestaltpädagogik</a> der USA spricht George I. Brown in den 1970er Jahren von einer „confluent education“ („einer zusammenfließenden Erziehung“) und betont damit das integrative Moment seines Erziehungsanspruchs.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die <a href="Heilp%C3%A4dagogik" title="Heilpädagogik">Heilpädagogik</a> sieht sich dem Prinzip der <a href="Ganzheitlichkeit" title="Ganzheitlichkeit">Ganzheitlichen Behandlung</a> bis heute in besonderem Maße verpflichtet.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>„Ganzheitliche Erziehung“ gehört heute zum Standardprogramm der <a href="P%C3%A4dagogik" title="Pädagogik">Pädagogik</a>. Der Begriff „Ganzheitliches Lernen“ krankt jedoch an seiner Abstraktheit. Er taugte als Kampfbegriff gegen die zunehmende Spezialisierung und einseitige Intellektualisierung, nicht aber für eine konkrete Neugestaltung der Lernprozesse. In der Summe folgt schließlich auch das fächergegliederte <a href="Schulsystem" class="mw-redirect" title="Schulsystem">Schulsystem</a> einem ganzheitlichen Bildungsgedanken. Pestalozzis Dreiteilung war als Denkansatz richtungweisend, als Hilfe für eine methodische Umsetzung aber noch zu pauschal gehalten.
</p><p>Der Begriff „Mehrdimensionales Lernen“ wurde 1974 von <a href="Siegbert_Warwitz" class="mw-redirect" title="Siegbert Warwitz">Siegbert Warwitz</a> in die didaktische Diskussion eingeführt.<sup id="cite_ref-Siegbert_Warwitz_1977_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-Siegbert_Warwitz_1977-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er rückt die Vielschichtigkeit der Lernansätze in den <a href="Fokus" title="Fokus">Fokus</a> und vermeidet den Verdacht, man müsse und könne sämtliche Lernfähigkeiten gleichzeitig aktivieren, was weder möglich noch notwendig ist für erfolgreiche Lernprozesse.
</p><p>Der Begriff „Mehrdimensionales Lernen“ entstand im Zusammenhang mit der Modernisierung des <a href="Projektunterricht" title="Projektunterricht">Projektunterricht</a>. Es ging darum, die verschiedenen Sachaspekte eines Lernstoffs durch die Mobilisierung verschiedener Lernpotenzen und Arbeitsmethoden besser zugänglich zu machen. Die Bearbeitung einer komplexen und komplizierten Aufgabe oder eines bedeutenden Problemfeldes erfordert nach Warwitz einen fächerübergreifenden Zugriff, mit dem ein entsprechendes mehrdimensionales Lernen auf Seiten des Lernenden korrespondieren muss.<sup id="cite_ref-Siegbert_Warwitz_1974_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-Siegbert_Warwitz_1974-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Unter Lerndimensionen versteht er die vielfältigen Fähigkeiten und Zugriffsmöglichkeiten, mit denen sich Kinder die Welt um sich herum erschließen. Sie erwachsen aus ihrer <a href="Sensibilit%C3%A4t_(Neurowissenschaft)" title="Sensibilität (Neurowissenschaft)">Sensorik</a>, <a href="Motorik" title="Motorik">Motorik</a>, <a href="Emotionalit%C3%A4t" class="mw-redirect" title="Emotionalität">Emotionalität</a>, <a href="Kognition" title="Kognition">Kognition</a>, ihrem <a href="Pr%C3%A4ferenz" title="Präferenz">Interessen</a>feld, ihrer <a href="Sozialit%C3%A4t" title="Sozialität">Sozialität</a>, ihrem <a href="Wertvorstellung" title="Wertvorstellung">Wertebewusstsein</a>.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Jedes Kind unterscheidet sich dabei in den von ihm <a href="Lerntyp" title="Lerntyp">favorisierten Lernformen</a>. Während ein Kind bevorzugt durch persönliches Ausprobieren, nach der Methode „<a href="Versuch_und_Irrtum" title="Versuch und Irrtum">Versuch und Irrtum</a>“, lernt, folgt ein anderes eher dem Wege des <a href="Lernen_durch_Einsicht" title="Lernen durch Einsicht">Lernens durch unmittelbare „Einsicht“</a>. Aber auch die Gegebenheiten der Umwelt erfordern unterschiedliche Aneignungsweisen. So sollten etwa Erkenntnisse über Verkehrsgefahren weniger über praktische Eigenerfahrungen als über logische Denkprozesse erworben werden. Andererseits muss das Lernen eines Gedichts nicht auf rein kognitivem Wege oder durch drillmäßiges <a href="Auswendiglernen" title="Auswendiglernen">Einpauken</a> erfolgen. Der inzwischen in der Didaktik etablierte Begriff „Mehrdimensionales Lernen“ diente dazu, „Ganzheitliche Erziehung“ differenzierter zu sehen, konkreter zu erschließen und für die praktischen Lernprozesse präziser zu formulieren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anthropologische_Grundlagen">Anthropologische Grundlagen</h2></div>
<p>Der Mensch ist in seiner <a href="Pers%C3%B6nlichkeit" title="Persönlichkeit">Wesensart</a> mehrdimensional angelegt.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er verfügt über eine Vielfalt von Bedürfnissen, Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die aus seiner physischen, geistigen und seelischen Wesensart erwachsen. Sie ermöglichen es, ein breites Spektrum menschlichen Lernpotenzials zu mobilisieren. Eine Reduzierung auf eindimensionales Lernen verengt, eine Integration der vielfältigen <a href="Pers%C3%B6nlichkeitseigenschaft" title="Persönlichkeitseigenschaft">Facetten</a> des Fähigkeitsspektrums erweitert das Lernpotenzial. Hierzu gehören etwa die sensitive, die kognitive, die physische, die emotionale oder die soziale Lerndimension. Aus dem didaktisch-methodischen Zusammenführen von Sinneseindrücken, praktischen Erfahrungen, manuellen Fertigkeiten, kognitiven Erkenntnissen, kreativen Ideen und sozialen Kompetenzen erwachsen lernpsychologisch Koppelungseffekte, die den Lernerfolg nicht nur addieren, sondern potenzieren können.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Charakteristik">Charakteristik</h2></div>
<p>Komplexe Aufgaben erfordern zu ihrer Erschließung komplexe Methoden. Diese wiederum legen die Aktivierung eines breiten Fähigkeitsspektrums nahe. Unterschiedliche Sachaspekte des <a href="Lernstoff" class="mw-redirect" title="Lernstoff">Lernstoffs</a> legen zudem unterschiedliche Betrachtungs- und Vorgehensweisen durch den Lernenden nahe.
</p><p>Das „Mehrdimensionale Lernen“ strebt eine strukturelle Veränderung der Lernprozesse an, um einerseits den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, andererseits den verschiedenen Sachaspekten des Lernstoffes bestmöglich gerecht zu werden. Mehrdimensionales Lehren und Lernen hat daher nach Warwitz eine doppelte Bedeutung:
</p>
<ol><li>Einerseits charakterisiert es die <i>Aktivierung verschiedener Lernpotenzen beim Lernenden</i>, etwa das Zusammenführen seiner sensitiven, intellektuellen, manuellen, handwerklichen, technischen oder kreativen Fähigkeiten.</li>
<li>Andererseits steht es für die <i>Verbindung einer Reihe unterschiedlicher Lernformen im Methodischen</i>, etwa für die Koppelung observativer (beobachtender), explorativer (entdeckender), analytischer (verstehender), experimenteller (ausprobierender) oder sozialer (kooperierender) Lerntechniken.</li></ol>
<p>Der Erwerb von <a href="Verkehrst%C3%BCchtigkeit" title="Verkehrstüchtigkeit">Verkehrstüchtigkeit</a> vollzieht sich beispielsweise für das <a href="Grundschule" title="Grundschule">Grundschulkind</a> über eine Mischung aus Tätigkeiten wie Malen, Basteln, Beobachten, Vergleichen, Analysieren, Diskutieren, spielerischem Ausprobieren von Verkehren und Regelfinden. Mehrdimensionales Lehren und Lernen ist charakteristisch für die Arbeit in <a href="Projektunterricht" title="Projektunterricht">fächerübergreifenden Projekten</a>. Es bewährt sich jedoch auch in jedem <a href="Fachunterricht" title="Fachunterricht">Fachunterricht</a>.
</p><p>Mehrdimensionales Lernen greift auf die natürlichen Aneignungsprozesse des Kindes zurück: Ein nicht verschultes Kind lernt nach Warwitz/Rudolf<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> jenseits der schulischen Fächereinteilung in ständigem Wechsel und in Kombination von
</p>
<ul><li>Sensorischer Kontaktaufnahme: An-fassen, Be-greifen, Er-tasten, Ein-fühlen, Ein-sehen, An-hören, Be-schmecken, Be-riechen (= <a href="Sinn_(Wahrnehmung)" title="Sinn (Wahrnehmung)"><i>Sensorisches Lernen</i></a>)</li>
<li>Zuschauen, Beobachten (= <a href="Lernen_am_Modell" class="mw-redirect" title="Lernen am Modell"><i>Observatives Lernen</i></a>)</li>
<li>Praktischem Ausprobieren, Versuchen, Experimentieren (= <a href="Entdeckendes_Lernen" title="Entdeckendes Lernen"><i>Motorisches, Manuelles Lernen</i></a>)</li>
<li>Fragen, Erläutern, Vergleichen, Untersuchen, Zerlegen, Verstehen (= <a href="Kognition" title="Kognition"><i>Analytisch-verstehendes Lernen</i></a>)</li>
<li>Vorstellen, Nachdenken, Erläutern, Beschreiben (= <a href="Mentales_Training" title="Mentales Training"><i>Eidetisches, Mentales Lernen</i></a>)</li>
<li>Erleben, Erfühlen (= <a href="Emotion" title="Emotion"><i>Emotional-affektives Lernen</i></a>)</li>
<li>Gemeinsamem Handeln, Reflektieren, Diskutieren, Erleben (= <a href="Soziales_Lernen" title="Soziales Lernen"><i>Sozial-affektives Lernen</i></a>)</li></ul>
<p>Anders als das „Ganzheitliche Lernen“ begrifflich nahelegt, kommen beim „Mehrdimensionalen Lernen“ nicht immer alle grundsätzlich möglichen Lernpotenzen zum Einsatz. Vielmehr werden nur diejenigen aktiviert, die von den sachlichen Erfordernissen der Aufgabe her sich anbieten bzw. seitens des Lernenden überhaupt zur Verfügung stehen. Wesentlich ist die Eröffnung mehrerer Lernzugänge, die zu einer Steigerung des Lernerfolgs beizutragen geeignet sind. So lernt das Kind nach diesem Lernmodell beispielsweise <a href="Vokabel" title="Vokabel">Vokabeln</a> in Verbindung von Lesen, Sprechen, Hören, Schreiben, Vergleichen, Rhythmisieren, in Sätze Bringen, gegenseitigem Abfragen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Lernvorteile">Lernvorteile</h2></div>
<p>Eindimensionalität bedeutet beim Lernen auch Einseitigkeit der Beanspruchung. Rein <a href="Kognition" title="Kognition">kognitive</a> Lernanforderungen können das Lerngeschehen für eher praktisch veranlagte Kinder erschweren und sie demotivieren. Das Beanspruchen mehrerer Lerndimensionen hat nach Warwitz<sup id="cite_ref-Siegbert_Warwitz_1974_6-1" class="reference"><a href="#cite_note-Siegbert_Warwitz_1974-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> dagegen eine Reihe von Vorteilen:
</p>
<ul><li>Es handelt sich um ein „natürliches“ Lernen, wie es Kinder außerhalb der Fächergliederung von sich aus praktizieren.</li>
<li>Es ermöglicht das Berücksichtigen der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, das Eingehen auf die unterschiedlichen <a href="Lerntyp" title="Lerntyp">Veranlagungen der Lernenden</a>.</li>
<li>Lerneffizienz und Lernfreude lassen sich mit dieser kindgemäßen Lernweise deutlich steigern.</li>
<li>Mehrdimensionales Lernen ermöglicht breiter angelegte Einsichten und besser fundiertes Wissen. Es ist zudem nachhaltiger angelegt, weil es auf mehreren Lernebenen erarbeitet und gespeichert wird.</li>
<li>Der einzelne Fachunterricht gewinnt durch Methodenvielfalt an Attraktivität.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Praxisbeispiele">Praxisbeispiele</h2></div>
<p>Das Doppelprojekt <i>Schwimmen und Retten</i> dokumentiert einen Unterricht im Rahmen der <a href="Rettungsschwimmer" title="Rettungsschwimmer">Rettungsschwimmerausbildung</a> der <a href="Deutsche_Lebens-Rettungs-Gesellschaft" title="Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft">Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG)</a>:<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zielvorstellung ist, den angehenden Lebensrettern über die grundlegenden physischen und technischen Fertigkeiten im Schwimmen, Tauchen, Retten und Wiederbeleben hinaus auch Qualifikationen im biologisch-medizinischen Bereich, bei den Wassergefahren, in der Unfallkunde, bei Rechtsproblemen zu vermitteln und ethische Fragen im Zusammenhang mit der Rettung von Leben (<a href="Verantwortung" title="Verantwortung">Verantwortungs</a>übernahme, <a href="Unterlassene_Hilfeleistung" class="mw-redirect" title="Unterlassene Hilfeleistung">Rettungspflicht</a>, <a href="Ehrenamt" title="Ehrenamt">Ehrenamt</a> in der DLRG) zu reflektieren. Die Kursteilnehmer werden in ihren sportlichen, technischen, organisatorischen, intellektuellen Kompetenzen ebenso wie in der Selbstprüfung ihrer sozialen Einstellung und Kooperationsbereitschaft gefordert.
</p>
<table class="float-right infobox" style="border:2px solid #999999; float:right; margin:6px 0px 6px 15px; width:306px; text-align:center;" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody><tr>
<td><span class="mw-image-border" typeof="mw:File"></span>
</td></tr>
<tr>
<th style="font-style:italic;">Die Kinderspiele
</th></tr>
<tr>
<td><span style="font-weight:bold;"><a href="Pieter_Bruegel_der_%C3%84ltere" title="Pieter Bruegel der Ältere">Pieter Bruegel der Ältere</a></span>, um 1560
</td></tr>
<tr>
<td>
</td></tr>
<tr>
<td>Kunsthistorisches Museum Wien
</td></tr>
<tr>
<td>
</td></tr></tbody></table><div style="display:none;">Vorlage:Infobox Gemälde/Wartung/Museum</div>
<p>Die <i>Kinderspiele von Pieter Bruegel d. Ä.</i> sind als dreiwöchiges Projekt eines dritten Schuljahrs konzipiert. Die Kinder dürfen die Spiele des Jahres 1560 aus den <a href="Niederlande" title="Niederlande">Niederlanden</a> entdecken, deuten, erklären, mit Regeln versehen, spielen, <a href="Collage" title="Collage">kollagieren</a> und schließlich in einem eigenen Spielebuch erfassen.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In der <i><a href="Verkehrsp%C3%A4dagogik" title="Verkehrspädagogik">Verkehrspädagogik</a></i> ist mehrdimensionales Lernen beispielsweise in Form der Projekte <a href="Schulwegspiel" title="Schulwegspiel">Schulwegspiel</a> oder <a href="Fu%C3%9Fg%C3%A4ngerdiplom" title="Fußgängerdiplom">Fußgängerdiplom</a> dokumentiert: Die Kinder werden nicht über das „richtige“ Verhalten auf dem Schulweg belehrt, sondern erarbeiten sich eigenständig über mehrere Lernwege ein angemessenes <a href="Verkehrsverhalten" title="Verkehrsverhalten">Verkehrsverhalten</a>.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Alltagsprobleme">Alltagsprobleme</h2></div>
<p>Mehrdimensionales Lehren und Lernen ist anspruchsvoll, weil es Lehrer wie Schüler mehrfach fordert. Es braucht organisatorische Rahmenbedingungen und didaktisch ausgebildete Lehrer mit der Bereitschaft zu Teamarbeit und Investition von Zeit. Wegen des erhöhten Aufwands und der Kompetenzanforderungen kommt diese Lernform daher in der Unterrichtspraxis, obwohl auch hier sinnvoll, weniger im <a href="Regelunterricht" title="Regelunterricht">Regelunterricht</a>, mehr bei der Bearbeitung von bedeutenden, komplexen, komplizierten Aufgabenstellungen in fächerübergreifenden Projekten zur Anwendung.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Individualisiertes_Lernen" title="Individualisiertes Lernen">Individualisiertes Lernen</a></li>
<li><a href="Kindorientierung" title="Kindorientierung">Kindorientierung</a></li>
<li><a href="Projektorientierter_Unterricht" title="Projektorientierter Unterricht">Projektorientierter Unterricht</a></li>
<li><a href="Sozialintegrativer_Unterricht" title="Sozialintegrativer Unterricht">Sozialintegrativer Unterricht</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Günter Ammon: <i>Der mehrdimensionale Mensch</i>. Berlin (Pinelverlag) 1995. 2. Auflage. ISBN 3-922-109-10-1</li>
<li>Wolfgang Elmer, Klaus-Dieter Lenzen: <i>Projektunterricht gestalten – Schule verändern</i>. Baltmannsweiler (Schneider) 2009. 3. Auflage. ISBN 978-3-834006462</li>
<li>Johann Heinrich Pestalozzi: <i>Wie Gertrud ihre Kinder lehrt</i>. Literarische Tradition. 2006. ISBN 978-3-86672-024-4</li>
<li>Hilarion G. Petzold, George I. Brown (Hrsg.): <i>Gestalt-Pädagogik. Konzepte der integrativen Erziehung.</i> 2. Auflage. Pfeiffer, München 1998, ISBN 3-7904-0252-4.</li>
<li>Siegbert Warwitz: <i>Die Ergänzungsbedürftigkeit des Sportunterrichts</i>. In: Ders.: <i>Interdisziplinäre Sporterziehung. Didaktische Perspektiven und Modellbeispiele fachübergreifenden Unterrichts.</i> Verlag Hofmann. Schorndorf 1974. S. 40–52 <span class="-print" style="white-space:nowrap"><a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">DNB</a> <a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/740560026">740560026</a></span>.</li>
<li>Siegbert Warwitz, Anita Rudolf: <i>Das Prinzip des mehrdimensionalen Lehrens und Lernens</i>. In: Dies.: <i>Projektunterricht. Didaktische Grundlagen und Modelle</i>. Verlag Hofmann. Schorndorf 1977. S. 15–22. ISBN 3-7780-9161-1.</li>
<li>Siegbert Warwitz, Anita Rudolf: <i>Schwimmen und Retten im mehrdimensionalen Unterricht</i>. In: Dies.: <i>Projektunterricht. Didaktische Grundlagen und Modelle</i>. Verlag Hofmann. Schorndorf 1977. S. 29–60. ISBN 3-7780-9161-1</li>
<li>Siegbert A. Warwitz: <i>Die Fähigkeiten des Kindes</i>. In: Ders.: <i>Verkehrserziehung vom Kinde aus. Wahrnehmen-Spielen-Denken-Handeln</i>. Verlag Schneider. Baltmannsweiler. 6. Auflage 2009. S. 37–49. ISBN 978-3-8340-0563-2</li>
<li>Corinna Weber: <i>Interdependenzen zwischen Emotion, Motivation und Kognition in Selbstregulierten Lernprozessen: Befähigung zum lebenslangen Lernen durch Mehrdimensionalität der Lehr-Lernkonzeptionen</i>. Hamburg (Diplomica) 2012. ISBN 978-3-8428-7317-9</li>
<li>Günter Wild: <i>Der Begriff der Ganzheitlichkeit in der Heilpädagogik</i>. Diss. Hagen 2007</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Duden: <i>Fremdwörterbuch</i>. Bd. 5. Mannheim 2010</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Johann Heinrich Pestalozzi: <i>Wie Gertrud ihre Kinder lehrt</i>. Literarische Tradition. 2006.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">H.G. Petzold, G.I. Brown (Hrsg.): <i>Gestalt-Pädagogik. Konzepte einer integrativen Erziehung</i>. München 1977</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Günter Wild: <i>Der Begriff der Ganzheitlichkeit in der Heilpädagogik</i>. Diss. Hagen 2007</span>
</li>
<li id="cite_note-Siegbert_Warwitz_1977-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Siegbert_Warwitz_1977_5-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Siegbert Warwitz, Anita Rudolf: <i>Das Prinzip des mehrdimensionalen Lehrens und Lernens</i>. In: Dies.: <i>Projektunterricht. Didaktische Grundlagen und Modelle</i>. Verlag Hofmann. Schorndorf 1977. S. 15–22</span>
</li>
<li id="cite_note-Siegbert_Warwitz_1974-6"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Siegbert_Warwitz_1974_6-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Siegbert_Warwitz_1974_6-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Siegbert Warwitz: <i>Die Ergänzungsbedürftigkeit des Sportunterrichts</i>. In: Ders.: <i>Interdisziplinäre Sporterziehung. Didaktische Perspektiven und Modellbeispiele fachübergreifenden Unterrichts.</i> Schorndorf 1974. S. 40–52</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Siegbert A. Warwitz: <i>Die Fähigkeiten des Kindes</i>. In: Ders.: <i>Verkehrserziehung vom Kinde aus. Wahrnehmen-Spielen-Denken-Handeln</i>. Verlag Schneider. Baltmannsweiler. 6. Auflage 2009. S. 37–49.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Günter Ammon: <i>Der mehrdimensionale Mensch</i>. Berlin 1995. 2. Auflage.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Corinna Weber: <i>Interdependenzen zwischen Emotion, Motivation und Kognition in Selbstregulierten Lernprozessen: Befähigung zum lebenslangen Lernen durch Mehrdimensionalität der Lehr-Lernkonzeptionen</i>. Hamburg 2012</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Siegbert Warwitz, Anita Rudolf: <i>Das Prinzip des mehrdimensionalen Lehrens und Lernens</i>. In: Dies.: <i>Projektunterricht. Didaktische Grundlagen und Modelle</i>. Schorndorf 1977. S. 16 und 17</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Siegbert Warwitz, Anita Rudolf: <i>Schwimmen und Retten im mehrdimensionalen Unterricht</i>. In: Dies.: <i>Projektunterricht. Didaktische Grundlagen und Modelle</i>. Schorndorf 1977. S. 29–60.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Siegbert Warwitz, Anita Rudolf: <i>Die Kinderspiele von Pieter Brueghel</i>. In: Dies.: <i>Projektunterricht. Didaktische Grundlagen und Modelle</i>. Schorndorf 1977. S. 74–88.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Siegbert A. Warwitz: <i>Projektlernen: Schulwegspiel und Fußgängerdiplom.</i> In: Ders.:<i>Verkehrserziehung vom Kinde aus. Wahrnehmen-Spielen-Denken-Handeln</i>. 6. Auflage, Baltmannsweiler 2009, S. 216–251.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Wolfgang Elmer, Klaus-Dieter Lenzen: <i>Projektunterricht gestalten – Schule verändern</i>. 3. Auflage, Schneider, Baltmannsweiler 2009.</span>
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